Die Prosa von Erzsébet Galgóczi begegnete mir erst relativ spät. Ich kann also nicht sagen, dass sie für mich eine echte Mutterfigur ist. Eigentlich hätte ich ihr schon früher begegnen können, schließlich galt sie noch Ende der achtziger Jahre als namhafte Vertreterin des von oben diktierten „sozialistischen Realismus“. Doch in meiner Jugend stand mir nichts ferner, als Autoren des willkürlich aufrecht erhaltenen Kanons und ihre langweiligen, künstlich zurecht gebogenen, kämpferischen Werke mit ihren falschen Wahrheiten zu lesen. Als ich Studentin war, stürzten wir uns auf die Schriftsteller der Opposition. Wir verschlangen die im Untergrund herausgegebene Samisdat-Lyrik und hätten gerne wieder die klassische moderne Literatur ins Rampenlicht gestellt. Ja, es gab sogar Arbeitskreise, in denen wir antike Autoren analysierten. Selbst die alte ungarische protestantische Narrativik stand mir näher als die zeitgenössische sozialistische. Wir lebten in Illusionen. Lasen Sándor Márai, György Petri, János Pilinszky und Dezső Tandori. Tja, unter unseren Autoren waren nicht gerade viele Frauen. Überhaupt sind Namen von Frauen im ungarischen Literaturkanon ziemlich rar. Und feministische Kritik fehlte völlig, sogar an der Universität. Insgeheim hatte ich durchaus meine Lieblingsautorinnen. Zsuzsa Rakovszky zum Beispiel. Am Lehrstuhl für Literatur wurde ihr Gedichtband unter den Dozentinnen und Studentinnen in Fotokopien weitergegeben. Bis heute ist vielleicht sie es, die am besten über den Körper schreiben kann, aber inzwischen ist mir ihr Ton zu wenig provokativ, oder ich weiß nicht, irgendwie ist sie aus meinem Leben verschwunden, ich habe sie verlassen, wie eine verflossene Liebe.
Mittlerweile hat sich manches gewandelt. Vor etwa drei Jahren habe ich einen der bekanntesten Schriftsteller der sozialistischen ungarischen Literatur für mich entdeckt, wie es der Zufall will, eine Frau, und sie schrieb ziemlich mutig über Frauen. Mich faszinierten Autoren und Bücher, die sich mit dem Lebensgefühl der mir unmittelbar vorausgehenden Generation beschäftigen. So stieß ich auf die berühmten späten Romane von Erzsébet Galgóczi (1930 – 1989): Törvényen belül (Eine andere Liebe, 1980) und Vidravas (Die Falle, 1984). Sie spielen im Ungarn der fünfziger Jahre, ihre Protagonisten sind intellektuelle Frauen. Auf dramatische Weise setzen sie sich mit den existenziellen Konflikten auseinander, die das eigene Leben von Erzsébet Galgóczi prägten: ihre klassenfeindlich großbäuerliche Herkunft und ihre lesbische Lebensweise. Beides galt als gesetzeswidrig. Der Roman Törvényen belül ist relativ bekannt, Károly Makk nahm ihn 1982 als Vorlage für seinen Film Egymásra nézve. Er bringt den sinnlosen Tod einer intellektuellen Frau auf die Leinwand und bricht so die Tabus: In den Mittelpunkt stellt er ihr kompromissloses Gerechtigkeitsgefühl und ihre Sexualität.
Beide Romane erschienen übrigens auch in deutscher Übersetzung.
Lange wurde die Prosa von Erzsébet Galgóczi mit dem nicht wirklich treffenden Begriff „Realismus“ bezeichnet. Die maßgebliche Instanz des ungarischen Realismus war zu ihren Lebzeiten noch György Lukács, seine Aussagen galten bei den Behörden als unumstößlich und wurden wörtlich genommen. Seiner Ästhetik zufolge sind die „Erlebnisse und Werke eines Schriftstellers umso weniger privat, je bedeutender er ist.“ Künstler und Intellektuelle wie Erzsébet Galgóczi standen am Anfang ihrer Karriere unter dem ständigen kulturellen Druck der sogenannten „Selbstkritik“. In den fünfziger Jahren war sie in Ungarn und in der Sowjetunion eine weit verbreitete Methode des Regimes. Schriftsteller, Kritiker und Regisseure publizierten in Zeitungen ihre eigene Selbstkritik, deckten ihr „unmoralisches“ Privatleben auf. Der Fall von Erzsébet Galgóczi, die damals voll Scham über ihre Homosexualität schrieb, war ungewöhnlich und erregte Aufsehen. Ihr Empfinden sei eine Krankheit der Bourgeoisie, gegen die sie hart ankämpfen müsse, gestand sie. In ihrem Tagebuch finden wir Einträge, die sich auf diesen Kampf beziehen und die sie mit Formulierungen des zeitgenössischen Parteijargons zu Papier brachte: „Ganz ruhig bin ich natürlich nicht, denn da ist noch mein neuester Feind: mein Organismus.“ Zwar traten ihre Werke für eine Weile in den Hintergrund, später aber stand sie wieder in der Gunst des Machtapparates. Gegen Ende der siebziger Jahre trat sie plötzlich ganz anders auf. Nun stand sie offen zu ihrer „Krankheit“ und formulierte in Eine andere Liebe scharfe Kritik am sozialistischen Regime und dem von ihm propagierten Idealbild der intellektuellen Frau.
Zeitgenössische Kritiker verstanden ihr Werk als Autobiographie. Doch das war es nicht. Ihr wurde zu viel Pessimismus und „schwarzer Nagellack“ vorgeworfen – man mochte diesen mutigen Roman nicht. Die bloße Darstellung eines Frauenschicksals galt damals in Ungarn als bedeutungslos, als „privat“. Tatsächlich ist Erzsébet Galgóczi eine pessimistische und desillusionierende Schriftstellerin, ein durch und durch osteuropäischer Geist, doch genau das macht sie interessant. Die Protagonistinnen ihrer Novellen enden an der Peripherie der Gesellschaft, ihre Figuren – intellektuelle Frauen, die in der Rákosi-Ära oder nach der Revolution von 1956 ihre Existenz verlieren – leben in der Großstadt, sind arbeitslos, schlürfen Kaffee, rauchen Zigaretten der Marke Munkás (Arbeiter), trinken abends billigen Kognak und schlüpfen schließlich mit einander ins Bett. Aus ihrer kalten, unbeheizten Untermiete flüchten sie in Budapester Espresso-Bars und grübeln, ob sie Selbstmord begehen oder lieber in den Westen flüchten sollen. (Zu jener Zeit verließ fast eine halbe Million Menschen das Land.) In Eine andere Liebe steht die Hauptfigur Éva Szalánczky vor einem inneren Konflikt, kollektive Überzeugung und Freigeist prallen gegen einander. Körperlichkeit und gesellschaftliche Rolle, sexuelle Sehnsucht und politische Überzeugung sind unauflösbare Gegensätze. Für mich als Schriftstellerin ist die Gestalt dieser Éva wichtig, denn Voraussetzung für die freie Wahl ihrer Identität ist die Freiheit der Rede. Doch die gab es im sozialistischen Ungarn nicht. Erzsébet Galgóczi versuchte Grenzen zu überwinden.
Der Zerfall der symbolischen Machtordnung und die sich entlang dieses Zerfalls entwickelnde Geschichte verleiht ihrem Roman bis heute Gültigkeit. Nach wie vor suchen ungarische Schriftstellerinnen nach freien Ausdrucksformen in einem für sie etwas zu eng bemessenen Raum und ohne auf weibliche literarische Traditionen zurückgreifen zu können. Inzwischen hat sich eine Generation von Schriftstellerinnen entwickelt beziehungsweise wächst gerade heran, auf die Erzsébet Galgóczi befreiend wirken kann. Viele lehnen sie allerdings ab. Wie gesagt, eine echte Mutterfigur ist sie auch für mich nicht. Aber ich bewundere ihren Mut, mit dem sie immer wieder das Wort ergriff. In einer Zeit, aus der uns kaum Namen von Autorinnen bekannt sind. In der man Frauen, die schrieben, gern totschwieg.
Noémi Kiss
© und Übersetzung aus dem Ungarischen: Agnes Relle
Original
Az írói példakép. Anyakép?
Galgóczi Erzsébet prózájával viszonylag későn találkoztam. Nem mondanám, hogy valódi anyafigurám. Találkozhattam volna vele korábban, hiszen a felülről diktált, ún. szocialista realizmus ismert írója volt még a nyolcvanas évek végén is. Azonban semmi nem állt távolabb ifjúkori olvasónaplómtól, mint a mesterségesen fenntartott kánon szerzői, és unalmas, kreált, hamis igazságokat eljátszó, harcos műveik. Diákkoromban az ellenzéki írókat szerettük. Faltuk a szamizdat költészetet és inkább a klasszikus modern irodalmat hoztuk volna újra divatba. Sőt, volt olyan szakkör, ahol antik szerzőket elemeztünk, de még a régi magyar protestáns elbeszélő irodalom is közelebb állt hozzám, mint a kortárs szocialista. Illúziókban éltünk. Márai Sándort, Petri Györgyöt, Pilinszky Jánost és Tandori Dezsőt olvastuk. Hát igen, olvasmánylistáinkon nem szerepelt túl sok nő. A magyar irodalmi kánonból általában is hiányoznak a női nevek. A feminista kritika pedig szóba sem került, még az egyetemen sem. Bár titokban voltak kedvenc női íróim. Például Rakovszky Zsuzsa. Fénymásolatban terjedt az irodalomtanszéken a verseskötete a női docensek és a diáklányok között. Talán a mai napig ő tud a legpontosabban írni a testről, de talán nekem már nem elég provokatív a hangja, vagy nem is tudom, valahogy eltűnt az életemből, elhagytam, mint kiházasodó gyerek az anyját.
Mára kicsit megváltozott ez a kép. Körülbelül úgy három éve fedeztem fel magamnak a szocialista magyar irodalom egyik legismertebb szerzőjét, aki történetesen nő és elég bátran írt nőkről. Olyan szerzők, művek izgattak, melyek közvetlenül az előttem lévő generáció életérzéseit beszélik el. Így akadtam rá Galgóczi Erzsébet legismertebb regényeire, melyek az utolsó korszakából valók: a Törvényen belül (1980) és a Vidravas (1984). Mindkét mű az ötvenes évek Magyarországán játszódik, hősei értelmiségi nők. Azt a szerep-dilemmát dolgozzák fel drámai módon, ami Galgóczi személyes életéből ered: a paraszti, kulák származását és a leszbikusságot. Mindkettő törvénybe ütköző dolognak számított. Törvényen belül című műve ismertebb, Makk Károly 1982-ben filmet készített belőle Egymásra nézve címmel. A film a regényből kiindulva, tabutörő módon viszi vászonra az értelmiségi nő értelmetlen halálát, vállalhatatlan igazságérzetét és szexualitását állítva a középpontba. A regény egyébként németül is megjelent, Eine andere Liebe címmel.
Galgóczi prózáját sokáig a realizmus nem igazán találó fogalmával illették. Az írónő idejében Lukács György még élő meghatározója volt a magyar realizmusnak, akinek a hatalom komolyan, vagyis szó szerint vette írásait. Lukács esztétikai nézete szerint „minél nagyobb valamely író, annál kevésbé privátak az élményei és az alkotásai”. Galgóczi és más kezdő művészek, értelmiségiek ebben az időszakban az önkritika állandó kulturális nyomása alatt álltak. Ez a hatalom széles körben alkalmazott technikája volt az 1950-es években Magyarországon és a Szovjetunióban. Írók, kritikusok, rendezők publikálták az újságokban saját önkritikájukat, fedték fel „erkölcstelen” magánéletüket. Talán szokatlan és szembetűnő eredményre vezetett Galgóczi-esete, aki ekkor szégyenteljesen írt homoszexualitásáról. Saját bevallása szerint, érzése burzsoá betegség, mellyel keményen meg kell küzdenie. Naplójában bejegyzéseket találunk e küzdelemre vonatkozóan, melyeket a korabeli pártzsargon kifejezéseivel vetett papírra: „Persze egészen nyugodt nem vagyok, mert ott van még legújabb ellenségem: a szervezetem”. Egy időben ugyan háttérbe szorultak művei, de aztán ismét a hatalom kegyeltje lett. Az 1970-es évek végétől viszont már látványosan is egészen másképpen nyilvánult meg, mint korábban. „Betegségét” nyíltan vállalta, és a Törvényen belülben erős kritikát fogalmazott meg a szocialista rezsimmel és az által hangoztatott értelmiségi nőideállal szemben.
Művét a korabeli kritikusok önéletrajzként olvasták. Pedig nem volt az. Túl sok pesszimizmust és a „fekete körömlakkot” rótták fel – nem szerették ezt a bátor hangú regényt, pusztán egy női sors ábrázolását lényegtelen, magánéleti elemnek tekintették nálunk akkoriban. Igazuk volt, de nem az ítéletüknek, épp ellenkezőleg: Galgóczi tényleg pesszimista és dezilluzionista író, igazi kelet-európai szellem. Kisregényének hősei a társadalom perifériáján végzik, figurái értelmiségi nők, akik a Rákosi-érában vagy az 1956-os forradalmat követően elveszítik az egzisztenciájukat a nagyvárosban élnek, munkanélküliek, kávét szürcsölnek, Munkás-cigarettát szívnak, és esténként olcsó konyakot isznak, majd egymás ágyába bújnak. A hideg, fűtetlen albérletükből pesti presszókba menekülnek, és azon morfondíroznak, öngyilkosok legyenek-e, vagy szökjenek inkább nyugatra. (Abban az időben, majd félmillió ember hagyta el az országot.) A Törvényen belülben olyan dilemmát kellene megoldania a főhősnőnek, Szalánczky Évának, melyben a kollektív meggyőződés és a szabad szellem ütköznek egymással. Egymás útját állják, úgy is mint test és társadalmi szerep, szexuális vágy és politikai meggyőződés. Íróilag számomra azért fontos Éva figurája, mert az identitásválasztás szabadsága a szabad beszédet is megköveteli nála. Persze ez a szocialista Magyarországon lehetetlen volt. Galgóczi megpróbálta áthágni a határokat.
A szimbolikus hatalmi rend felbomlása, és e bomlás mentén kibontakozó történet máig érvényessé teszi Galgóczi regényét. Hiszen nálunk ma sem tesznek mást az írónők, minthogy a szabad beszéd formáját keresik egy számukra kissé szűkre szabott térben. Miközben persze felnőtt vagy felnövőben van egy író nemzedék, aki számára Galgóczi Erzsébet hatása felszabadító lehet, ugyanannyian vannak, akik elutasítják őt. Nem, azt hiszem, ő nekem sem igazi anyafigurám, de jelenleg nehezen találok helyette valaki mást.
Noémi Kiss
